STUDIE: ENGAGEMENT AUSGEBAUT - Taetigkeitsbericht
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STUDIE: ENGAGEMENT AUSGEBAUT

Wie eine von der DFL Stiftung beauftragte Studie belegt, hat der deutsche Profifußball seinen freiwilligen Einsatz für das Gemeinwohl deutlich gesteigert. DFL Stiftung, Proficlubs und Spieler setzen sich mit immer mehr Projekten für die Gesellschaft ein.

Der Wert des gemeinnützigen Einsatzes des deutschen Profifußballs ist in der Saison 2015/16 auf mehr als 28 Millionen Euro angewachsen. Das belegt eine im April 2017 in Frankfurt am Main veröffentlichte Studie des Forschungs­ und Beratungsunternehmens Nielsen Sports. Untersucht wurde im Auftrag der DFL Stiftung – wie erstmals bereits drei Jahre zuvor – das freiwillige gesellschaftliche Engagement des Profifußballs. Aktivitäten, die möglicherweise auch kommerziellen Interessen dienen, blieben bei der Betrachtung ebenso außen vor wie ökologische Engagements.

„Drei Jahre nach der ersten Studie war es uns wichtig, transparent nachzuhalten, welche Entwicklung das freiwillige gesellschaftliche Engagement des Profifußballs genommen hat“, begründet Stefan Kiefer, Vorstandsvorsitzender der DFL Stiftung, die Neuauflage der Studie. Als Dach des gesellschaftlichen Engagements des Profifußballs ist es Aufgabe der DFL Stiftung, die vielfältigen Maßnahmen der Clubs und der Spieler auch in ihrer Gesamtheit zu überblicken. „Einmal schwarz auf weiß zu haben, in welche Richtung sich beispielsweise die Clubs mit ihren Aktivitäten bewegen, ist für uns entscheidend, um diese Entwicklung bestmöglich begleiten und ergänzen zu können.“

ERHEBUNG Erstmals gibt eine wissenschaftliche Studie Aufschluss über die Entwicklung des Einsatzes des Profifußballs für das Gemeinwohl. Zum Zeitpunkt der Präsentation der Ergebnisse im April 2017 firmierte die DFL Stiftung noch unter dem Namen „Bundesliga-Stiftung“.

72 % DER BEGÜNSTIGTEN DES ENGAGEMENTS DES PROFIFUSSBALLS WAREN IN DER SPIELZEIT 2015/16 KINDER UND JUGENDLICHE.

Mit einem Blick über den Tellerrand lassen sich die Ergebnisse der Studie besser einordnen. So zeigt der Vergleich mit einer am 27. April 2017 im „Handelsblatt“ erschienenen Grafik: Der Profifußball zählt mit seinem Einsatz zu den größten sozialen Investoren in Deutschland. Nur neun Stiftungen privaten Rechts investierten 2015 mehr als die DFL Stiftung, die Proficlubs und aus gewählten Spielerstiftungen während der Saison 2015/16. Auch in Zeiten niedriger Zinssätze blieb das gesellschaftliche Engagement des Profifußballs mit einem Plus von 40 Prozent auf Wachstumskurs. Die Fördertätigkeit der größten deutschen Stiftungen, zu denen auch die Stiftung von Dietmar Hopp gehört, litt hingegen unter der gegenwärtigen Niedrigzinspolitik. Sie finanzieren ihre Fördertätigkeit maßgeblich durch Erträge des meist fest angelegten Stiftungsvermögens.

Aufgrund ihres Umsatzes und ihrer Mitarbeiterzahl sind die Proficlubs am ehesten mit mittelständischen Unternehmen vergleichbar. So leistet neben dem Vergleich mit den größten deutschen Stiftungen auch die Gegenüberstellung mit dem Mittelstand einen Beitrag zur Einordnung der Studienergebnisse. Der Blick auf Studien der KfW Bankengruppe und des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) zeigt, dass „die Vereine und Kapitalgesellschaften der Bundesliga und 2. Bundesliga deutlich mehr Engagement für die Gesellschaft mobilisieren als vergleichbare mittelständische Unternehmen“, sagt Felix Oldenburg, Generalsekretär des Bundesverbands Deutscher Stiftungen, der ein Netzwerk aus 21.000 Stiftungen mit einem Vermögen von insgesamt über 100 Milliarden Euro organisiert.

Auch der DFL Stiftung, die ihr über 50 Projekte umfassendes Engagement in den drei Jahren seit der Saison 2012/13 um 46 Prozent ausbaute, bescheinigt Felix Oldenburg eine positive Entwicklung. Der gemeinnützige Einsatz der DFL Stiftung sei „eine kluge Investition des Fußballs in die Gesellschaft“ und zeige, dass es die DFL und der gesamte Profifußball ernst meinen mit ihrem Lern- und Wirkungsanspruch.

Das Engagement der Clubs der Bundesliga und 2. Bundesliga belief sich 2015/16 auf rund 21,3 Millionen Euro. Nimmt man an, dass das gemeinnützige Budget einer Organisation ab hängig vom Vorjahresumsatz ist, stieg der gesellschaftliche Einsatz (41 Prozent) stärker als der Umsatz (27 Prozent) der Proficlubs. Die 36 Proficlubs setzten demnach in der Saison 2015/16 einen größeren Teil ihrer Mittel für gesellschaftliche Belange ein als noch drei Jahre zuvor. Rund 70 Prozent der Clubs beauftragten mehr Mitarbeiter mit der Wahrnehmung ihrer gesellschaftlichen Verantwortung. „Das zeigt, wie ernst der Profifußball das Thema nimmt“, sagt Stefan Kiefer.

Die DFL Stiftung, die 36 Clubs der Bundesliga und 2. Bundesliga sowie zehn ausgewählte Spielerstiftungen unterstützten in der Spielzeit 2015/16 über 450 Projekte. Bei der Ersterhebung 2012/13 waren es noch 318. Von dieser gemeinnützigen Tätigkeit profitierten mehr als 1,1 Millionen Menschen in Deutschland – 40 Prozent mehr als noch drei Jahre zuvor. „Die Proficlubs bringen Menschen zusammen und wirken wie sozialer Klebstoff“, stellt Dr. Fritz Pleitgen, Kuratoriumsvorsitzender der DFL Stiftung und ehemaliger Intendant des Westdeutschen Rundfunks (WDR), fest. „Während andere Einrichtungen in unserer Gesellschaft wie Parteien, Gewerkschaften und Kirchen viele Mitglieder verloren haben, erhalten Bundesliga und 2. Bundesliga mehr und mehr Zulauf.“

Die geförderten Projekte waren und sind zukunftsgerichtet. Im Mittelpunkt stand 2015/16 die Förderung von 825.000 jungen Menschen – das entspricht sechs Prozent aller Kinder und Jugendlichen in Deutschland. Um deutschlandweit Chancen und Perspektiven für Kinder und Jugendliche zu schaffen, vernetzt die DFL Stiftung die meist lokal ausgerichteten Engagements der Proficlubs auf Bundesebene. 74 Prozent der insgesamt über 450 vom Profifußball unterstützten Projekte richteten sich in der Spielzeit 2015/16 an junge Menschen. Tendenz steigend. Sowohl die DFL Stiftung als auch 30 von 36 Clubs der Bundesliga und 2. Bundesliga planen der Studie zufolge, ihre Investitionen in die Jugend und die gesamte Gesellschaft weiter auszubauen.