DAS JÜNGERE ICH - Tätigkeitsbericht 2018
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DAS JÜNGERE ICH

Von Maximilian Türck

Träume, Ziele und Erfolge prägen Gina Lückenkempers Leben. Die junge Sprinterin treibt eine innere Kraft. Die DFL Stiftung hat der 22-Jährigen stellvertretend für alle der von ihr über die Deutsche Sporthilfe unterstützten Athletinnen und Athleten einen TV-Spot gewidmet.

Gina Lückenkemper ist pünktlich, aber müde. Ein Gähnen versucht sie mühsam zu unterdrücken. Vergeblich. Kein Wunder – es ist erst 6.52 Uhr, und sie steht bereits auf einer Tartanbahn. In der Leichtathletik-Halle Hamburg-Winterhude erlebt die 1996 in Hamm geborene Sprinterin einen außergewöhnlichen Tagesbeginn. Das frühe Aufstehen ist ihr längst in Fleisch und Blut übergegangen. Auch der Kontakt ihrer Füße mit dem rötlichen Kunststoffbelag ist für sie nichts Besonderes. Aber dass sie sich dabei einem halben Dutzend Scheinwerfern, drei Kameras und etwa 40 Personen gegenübersieht, kommt dann doch nicht alle Tage vor.

Gold bei den Junioren-Europameisterschaften 2015, Platz vier mit der 4-mal-100-Meter-Staffel bei den Olympischen Spielen 2016 sowie den Weltmeisterschaften 2017, die schnellste Zeit einer deutschen Sprinterin über 100 Meter seit 1991 – mit Gina Lückenkempers Erfolgen wächst die Aufmerksamkeit, die ihr zuteilwird. Nun also die erste TV-Spot-Produktion. „Das ist so anders als alles, was ich bisher kannte“, sagt sie. Verantwortlich dafür ist die DFL Stiftung, die Gina zur Hauptdarstellerin ihres neuen Spots auserkoren hat.

Alljährlich engagiert sich die DFL Stiftung mit einem neuen TV-Spot für die Nachwuchselite der Deutschen Sporthilfe. Gemeinsam mit der Sporthilfe unterstützt sie Talente aus über 50 verschiedenen Sportarten. Gina Lückenkemper weiß die finanzielle und ideelle Unterstützung des Profifußballs zu schätzen. „Ohne die Nachwuchselite-Förderung wäre ich heute nicht da, wo ich bin.“ Ob sie damit neben ihrer sportlichen Karriere auch ihre heutige Rolle als Schauspielerin meint, bleibt Spekulation. Fakt ist, dass Gina Lückenkemper längst auch international zu den großen Namen und Medaillenanwärterinnen im Damen-Sprint zählt.

VORBEREITUNG: Um den Eindruck von Schweiß in ihrem Gesicht zu erzeugen, wird mit einer Sprühflasche nachgeholfen
SZENE: Gina wird von Franziska, ihrem jüngeren Ich angetrieben.

Heute geht es aber ausnahmsweise nicht um Edelmetall. Anspannung ist dennoch vorhanden. Der Ton ist rau. „Schneller, schneller!“, schreit jemand hinter Gina. Und Gina gehorcht. Sie beschleunigt den Schlitten, der mit einem Gurtsystem an ihrem Oberkörper befestigt ist. Trotz des Gewichts, das auf ihm lastet, hebt der Schlitten vorn leicht ab. Dann gleitet er atemberaubend schnell über den grünen, rund um die rote Tartanbahn liegenden Filzboden.

Der Schlitten kommt zum Stehen, und Gina blickt zu ihm zurück. Ihr Atem geht schnell. Auf dem Schlitten sitzt ein Mädchen, blond, mit blauen Augen. Es ist die achtjährige Franziska Lührs. Sie spielt Ginas jüngeres Ich. Die Ähnlichkeit zwischen den beiden ist frappierend. Franziska ist aufgeweckt. Sie ist ein kleiner Sonnenschein, der Schalk sitzt ihr sichtlich im Nacken. Ganz wie die große Gina, die sie mit Megafon und Trillerpfeife immer wieder antreibt.

Das jüngere Ich ist der- oder diejenige, die einem gelegentlich den nötigen Tritt verpasst, um nicht aufzugeben, sondern immer weiterzumachen.

Gina Lückenkemper, Leichtathletin

„Das jüngere Ich begleitet wahrscheinlich die meisten Athleten im täglichen Training“, sagt die schnellste Frau Deutschlands. „Viele von uns verfolgen ihre Träume, seit sie klein sind und das erste Mal Olympische Spiele im Fernsehen gesehen haben.“ Wieder schrillt erbarmungslos die Trillerpfeife. Wieder sprintet Gina, und wieder rast der Schlitten mit großer Geschwindigkeit über den Filz. Franziska gefällt das. Gina keucht, lächelt verschmitzt und sagt: „Das jüngere Ich ist der-oder diejenige, die einem gelegentlich den nötigen Tritt verpasst, um nicht aufzugeben, sondern immer weiterzumachen.“

Das heutige Kalenderblatt zeigt den 8. März 2018. Schon wenige Monate später wird Gina Lückenkemper ihren Siegeswillen erneut unter Beweis stellen. Dann finden im August die Leitathletik-Europameisterschaften in Berlin statt. Heimspiel. Was sie heute noch nicht weiß: Es wird ein erfolgreiches. Gina wird Silber über 100 Meter und Bronze über die gleiche Distanz mit der Staffel gewinnen. Heute, beim Dreh in der Leichtathletik-Halle Hamburg-Winterhude, ist sie voller Vorfreude. „Schon als kleines Kind war es immer mein Traum, bei einem großen internationalen Leichtathletik-Wettkampf im eigenen Land an den Start zu gehen“, sagt sie. Diesen Wunsch hat Gina Lückenkemper mit vielen jungen Sportlerinnen und Sportlern gemein. Er ist Sehnsucht und Ziel zugleich und wird von der Botschaft aufgegriffen, die am Ende des Spots eingeblendet werden soll: „Wer von klein auf für seinen Traum kämpft, hat jede Unterstützung verdient.“

Die Besten am besten fördern und den deutschen Leistungssport fürs internationale Parkett rüsten: Das ist das Ziel von DFL Stiftung und Deutscher Sporthilfe. Über 550 Athletinnen und Athleten wurden bereits durch die Nachwuchselite-Förderung der Deutschen Sporthilfe unterstützt – mit Erfolg: Nahezu 500 Medaillen haben die Geförderten bereits gewonnen, bei Weltund Europameisterschaften, bei Olympischen und Paralympischen Spielen.

Ein Ansporn für den Nachwuchs. „Ich mache Kunstturnen“, sagt Franziska. „Dreimal pro Woche, zwei Stunden.“ In den Drehpausen bereitet Gina Lückenkemper ihre Muskeln und Sehnen auf die nächste Belastung vor. Häufig ist Franziska dabei an ihrer Seite. „Die Kleine hat bei mir richtig Eindruck hinterlassen.“ Das wird wenig später ab dem 21. April 2018 auch für ein Millionenpublikum gelten, das den fertigen Spot imBundesliga-Umfeld bei Sky, Eurosport, in der ARD sowie auf SPORT1 und NITRO sehen kann.

Für junge Sportlerinnen und Sportler wie Gina Lückenkemper ist der TV-Spot eine große Wertschätzung. Eine willkommene Motivation, auf dem steinigen Weg zu Erfolgen, Pokalen und Medaillen weiterzumachen. Für die kecke Franziska ist er ein Schritt Richtung Berufswunsch. Sie möchte Schauspielerin werden. Ihre heutige Partnerin zweifelt keine Sekunde daran, dass  sie das schafft. „Sie hat superprofessionell gearbeitet. Wir haben gemeinsam viel Spaß gehabt“, sagt Gina Lückenkemper nach zwei kräftezehrenden Tagen am Set in der Hamburger Leichtathletik-Halle. Schweiß rinnt ihr über das Gesicht. Was zu Beginn der zwei Drehtage noch per künstlichem Sprühnebel aus einem Wasserbehälter simuliert wurde, klappt nun wie von selbst. Wieder und wieder musste sich die Sprinterin wegen der Drehpausen neu erwärmen. Wieder und wieder forderten die zahlreichen Sprints Ginas Körper alles ab.

Die Filmaufnahmen gehen zu Ende. Die „post production“ beginnt. So wird im Filmjargon die Phase nach den Dreharbeiten genannt. Das entstandene Videomaterial wird am Computer bearbeitet, geschnitten und vertont. Aus zwei Drehtagen werden 30 Sekunden TV-Spot. Abschließend zieht Gina Lückenkemper das gleiche Fazit wie Millionen Deutsche wenig später nach ihren Leistungen bei der Leichtathletik-EM: „Ich bin stolz auf das Endprodukt.“

Der Spot mit Gina Lückenkemper in der Hauptrolle:

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